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2 Comments

  1. 1

    Nasir Ahmad

    Liebe Redaktion, der Artikel zeigt nur eine Seite der Medaille dar. Für die andere Seite möchte ich folgendes äußern:

    Offener Brief an AfD’ler Robert Lambrou

    Lieber Herr Lambrou,

    ich schreibe Ihnen als Deutscher Muslim und Mitglied der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, die am 04.09.2018 Gegenstand Ihrer Verleumdung, Hetze und unsachlicher Kritik geworden ist.

    Ich schreibe Ihnen vor allem als Mensch, der eine Würde besitzt und dessen Würde an diesem Tag durch Ihren Vortrag mit Füßen zertreten wurde.

    Anfangen möchte ich mit dem ersten Eindruck Ihrer Veranstaltung in Mörfelden Walldorf:

    Beim Eintritt stellte man mir als aller erstes die Frage „Haben Sie ein Messer dabei?“ Legitime Frage.

    Aber wieso wurde diese Frage bei meinem deutsch aussehenden, oder aus Ihrer Sicht „deutscher aussehenden“ Kollegen, nicht gestellt?

    Sie fingen damit an, Herrn Ralf Baitinger damit zu kritisieren, der Ihrer Meinung nach Ihre Partei als „Nazis“ bezeichnete. Dieses nahmen Sie als „Beleidigung“ wahr.

    Hier hörte scheinbar Ihre hochgehaltene „Meinungsfreiheit“ auf.

    Der Beamer funktionierte nicht. In Deutschland gilt es als große Tugend, sich als Helfer anzubieten, unabhängig davon wer vor einem steht. Diesen Wert wollte ich Ihnen mit dem Angebot meiner Hilfe, die ich daraufhin leistete, unterstreichen.

    Ich musste danach jedoch feststellen, dass Sie dieses Detail – ob absichtlich oder nicht – ignoriert haben und davon sprachen, dass ich als Muslim mit den „deutschen Werten“ nicht übereinstimmen kann.

    Ihre Meinung, Ihre Worte. Ich lasse jedoch lieber Taten sprechen, so wie es die hiesige Gemeinde tut, die jährlich durch ihre karitativen, sozialen und integrativen Taten, sei es der Charity Walk, Muslime Spenden Blut, Neujahrsputz, Baumpflanzaktionen, interreligiöse Veranstaltungen, Tag der offenen Moschee am Tag der deutschen Einheit, Altenheimbesuche an Tagen, wenn die ältere Generation alleine ist und Obdachlosenspeisungen, einen äußerst wertvollen und eindeutigen Beitrag zur Gesellschaft und für Deutschland, unserer Heimat, leistet.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass Sie auch nur ansatzweise an einer dieser Aktionen teilgenommen haben, geschweige denn verstanden haben, was wir damit vermitteln wollen, denn Sie sprachen ja selbst davon, dass es Ihnen nicht gefällt, dass wir den Tag der offenen Moschee auf den Tag der Einheit gelegt haben. Unsere Intention ist nämlich Brücken zu bauen und Hände zu reichen. Sie möchten allerdings spalten. Verständlich also, wenn es Ihnen nicht gefällt.

    Sie sind sogar so weit gegangen – und da muss man wirklich lachen – zu sagen, dass der alljährliche und seit einem Jahrzehnt stattfindende traditionelle Neujahrsputz der Ahmadiyya Gemeinde nicht okay wäre, weil „ich finde nicht, dass Muslime den Dreck von anderen aufräumen sollten“, während Ihre eigene Partei auch „den Dreck anderer aufräumt“. Dafür suche man nach „Dreckecken weg!“ auf Youtube. So viel zu Ihrer „Seriosität“, die wir gleich noch mal mehrmals demaskiert erleben werden.

    Sie diskreditierten unseren gesellschaftlichen Beitrag als „Marketingstrategie“ und bezeichneten unsere Mitglieder als „gut geschult“.

    Das ist eine Frechheit.

    Jedes einzelne Gemeindemitglied, dass dort vor Ort war, ob Frau oder Mann, hat sich Zeit genommen. Sie haben zugehört und ja, sie waren auch energisch, was man ihnen bei Ihrer Hetze nicht übel nehmen kann. Es sind junge Frauen und Männer gewesen, die mit Ihnen gesittet und auf Augenhöhe gesprochen und debattiert haben.

    Mit Hinblick auf die Anzahl in der Halle sitzenden Leute, war die Ahmadiyya Gemeinde sehr gut mit mehr als 25 Mitglieder vertreten. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Sie keine Aufmerksamkeit erlangt hätten, wenn wir nicht vor Ort so zahlreich erschienen wären.

    Sie erwarten doch deutsche Werte? Dann sollten Sie diese auch selbst praktizieren.

    Übrigens haben die Migranten, die sich Pro-AfD positionierten, eine tolle schauspielerische Leistung gebracht. Alle Achtung!

    Ihre Präsentation war leicht zu entlarven. Das positive Bild präsentieren und dann mit Füßen zertreten. Ein alter Hut. Der überwiegende negative Teil Ihrer Präsentation hatte fehlerhafte Angaben, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate, höchst unseriöse und tertiäre Quellen.

    Und dann werfen Sie anderen „Lügenpresse“ vor? Dafür ist Ihre Partei ja bekannt.

    Ihre Vorwürfe widerlegen sich selbst. Ein Paar Beispiele:

    Sie bezeichneten die Ahmadiyya Gemeinde als „Sekte“ wegen der guten Marketingstrategie. Gleichzeitig aber sagen Sie im anderen Satz: „Die AfD kann von der Ahmadiyya Gemeinde noch was lernen!“

    Oder: „Ich muss etwas Populismus rein bringen, bin ja von der AfD.“ Wieso die AfD-Anhänger hier klatschen ist mir ein Rätsel.

    Oder: Sie präsentieren auf der einen Seite den Islam der Ahmadiyya Muslime und auf der anderen Seite den orthodoxen Islam. Den orthodoxen Islam halten Sie in dem Vergleich für gefährlicher. In einem anderen Satz präsentieren Sie sich als Opfer der Ahmadiyya Muslime, den man auf einem Tag der offenen Moschee-Veranstaltungen genötigt hätte ein Foto zu machen und hier favorisieren Sie die orthodoxen Moscheen mit dem Satz „da wäre ich doch besser bei den anderen 3 Moscheen gegangen“.

    Sie spielen ein falsches Spiel. Die Gesellschaft spalten ist ja eine der Hauptaufgaben Ihrer Propaganda, aber, dass das auch so subtil stattfindet, ist einfach unfassbar.

    Auf den Hinweis, dass manche Zitate vom Gericht bereits als Verleumdung deklariert worden sind, zucken Sie Ihre Schulter und sagen „Ist halt die Meinung von xyz“.

    Offensichtliche Lügen und arglistige Fehler haben Sie gar nicht anerkannt. Auf dem Beamer steht ganz deutlich „Allah sagte:“ und Sie kommen mit „Der Kalif der Gemeinde sagte:“; Ignorieren gekonnt unsere Zwischenrufe, dass das ein offensichtlicher Fehler ist mit „Ja, das klären wir nachher in der Diskussion.“ Die übrigens nur 30 Minuten ging, wohingegen Sie in 1:30 Stunden Dutzende unsachliche Vorwürfe in den Raum warfen, die überwiegend ohne jegliche Quellen vorgelesen wurden und für die man Tage bräuchte, um Ihnen zu erklären, was bestimmte arabische Worte oder Lehren zu bedeuten haben.

    Wie kann man so eine Partei ernst nehmen? Wie kann man eine Partei ernst nehmen, die sich der Politik zuschreibt, aber religiöse Menschen diffamiert? Wie kann man eine Partei wie die AfD ernst nehmen, deren Führung fast jede Woche mit neuen Skandalen in den Medien auftauchen? Wie kann man eine solche Partei, wie die Ihre, ernst nehmen, die in sich selbst inkonsistent und voller Widersprüche ist?

    Sie wollen deutsche Werte repräsentieren? Dann zeigen Sie dies in Ihrer Praxis. Sie wollen hinter dem Grundgesetz stehen? Dann zeigen Sie dies in Ihrer Praxis. Sie wollen sich zur mehrheitlich vielfältigen deutschen Gesellschaft bekennen? Dann zeigen Sie dies in Ihrer Praxis.

    Wir tun es. Jeden Tag. In unserer Praxis. Und wir sind die Mitte der Gesellschaft.

    Zuletzt möchte ich noch Mal unsere islamischen Werte, hinter denen wir fest stehen und nicht ablegen werden, weil eine kleine radikale Minderheit wie die AfD meint ihre Werte diktieren zu müssen, unterstreichen:

    Wenn man eine Ihrer Veranstaltungen besucht hat, geht man depressiv, hoffnungslos und auf ein bestimmtes Feindbild scharfgemacht, hinaus.

    Wenn Menschen unsere Veranstaltungen besuchen, gehen sie motiviert, voller Hoffnung, aufgeklärt und mit einem herzlichen Lächeln hinaus.

    Islam ist in Deutschland schon lange angekommen, schon zu dem Zeitpunkt, als Islam Gegenstand der Diskussionen in Deutschland wurde. Und das war schon lange lange bevor die AfD je angefangen hat „Lügenpresse“ zu sagen. Terror und Extremismus lehnen wir ab, das werden wir deutlich – wie jedes Jahr auf unserer diesjährigen Jahresversammlung – demonstrieren.

    Wir sind deutsche Muslime und unser Islam ist universell und wir stehen hinter „Liebe für alle, Hass für keinen“, wir leben diese Maxime und lassen uns von Parteien wie ihrer nicht demotivieren.

    Nasir Ahmad

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    1. 1.1

      Redaktionsteam

      Sehr geehrter Herr Ahmad,

      vielen Dank für Ihr Kommentar! Wir überprüfen diesen und werden ggf. erneut auf Sie zukommen.

      Wir warten noch auf weitere Stellungsnahmen und werden bald einen weiteren Artikel veröffentlichen.

      Vielen Dank für Ihr Verständnis und für Ihre Geduld.

      Ihr Stadtallendorf24 Team

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